What Was the Connoisseur?

What Was the Connoisseur?

16.5.2020 – 24.5.2020

Öffnungszeiten
Samstag 16.5. & Sonntag 17.5. 12 – 18 Uhr
Mittwoch – Freitag 20. – 22.5. 14 – 18 Uhr
Samstag 23.5. & Sonntag 24.5. 12 – 18 Uhr

Spoiler
Quitzowstraße 108, 10551 Berlin
www.spoiler.zone

Norbert Bayer
Marlene Zoë Burz
Manuel Kirsch
Linda Kuhn
Alexander Lieck
Anne Neukamp
Renaud Regnery
Anna Steinert
Björn Streeck
Alexander Wagner

Eingeladen von Manuel Kirsch und Björn Streeck

Die Beschäftigung mit den Ansprüchen und Erwartungen an die Kunst und die Künstler*innen wirft folgende Fragen auf: Welche Expertise ist bei der Betrachtung von Kunst überhaupt noch von Nöten? Welche als vermeintlich wissenschaftlich verbreiteten Erklärungen von Künstler*innen können als hohle Phrasen entlarvt werden? Was bleibt von einer Autorität von Expert*innen, wenn sie sich letztendlich doch nur auf Intuition stützt und sich heraus nimmt, den feinen Unterschied nach Lust und Laune jede Sekunde neu zu verhandeln? Gibt es überhaupt Unterschiede zwischen bedeutungsschwangeren Gesichtspunkten und modischen Gesten?

«The hipster moment did not produce artists, but tattoo artists.» 2010 erschien der paradigmatische Text «What Was the Hipster» von Mark Greif, der für ein Symposium in New York entstand und aus dessen im New York Magazine erschienenen Version die Zitate dieses Textes entnommen sind. Nach einer Dekade gelebten Distinktionsgewinns stellt sich im Jahre 2020 nun die Frage, ob die künstlerische Ästhetik des letzten Jahrzehnts nicht einfach nur in einen neuen Formalismus abgeglitten ist, um die immer schneller werdenden Verwertungszyklen der Hipness zu bedienen. «It did not produce photographers, but snapshot and party photographers.» Was ist Substanz und was Dekor? «It did not produce painters, but graphic designers.» Wie haben die internationalen Einflüsse aus Berlin heraus und nach Berlin hinein die Kunst verändert? «Hipsterism did not make an avant-garde; it made communities of early adopters.»

Diese Fragen greifen dabei auf Diskurse aus dem 18. Jahrhundert zurück. In der Zeit vor den mittlerweile kanonischen Kriterien der Kunstkritik war lediglich reine Kennerschaft gefragt – Annahme oder Ablehnung waren als einzunehmende Haltungsmodi gefordert. Kunstaffine hielten oft noch an vermeintlich vermittelbaren Geschmackskonventionen fest, die sich bis heute endgültig aufgelöst und verflüchtigt haben. Damals versuchten die Kenner noch, lieber für abgesicherte Meister zu optieren, anstatt innovative zeitgenössische Künstler zu fördern, wofür sie von den Verschmähten als «Connoisseurs» verachtet wurden. Anders betrachtet sieht man in diesen Angriffen allerdings eher einen Anti-Intellektualismus und einen erstarkenden Nationalismus am Werk.

Gibt es Analogien zwischen damals und heute? Generationenübergreifend präsentieren sich die jeweiligen Positionen und Erfahrungen im künstlerischen Feld und geben gleichzeitig auch einen neuen Blick auf die Serpentinen der aktuellen Kunstkritik frei.

Text: Norbert Bayer

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