Jens Lekman | Foto: Ellika Henrikson
Linguistic, Sound & Vision

Don’t call it a comeback!

Der Junge mit Liedern so sanft wie Gänseblümchen unter dem Arm: Jens Lekman

Jens Lekman – er war bei mir fast schon aus dem Gedächtnis verschwunden und unter «Smells like 30-something-spirit» abgelegt – hat soeben sein neues Album «Life Will See You Now» veröffentlicht. Der scheinbar alterslose Schwede aus Göteborg, der zwischenzeitlich nach Australien ausgewandert war, beschenkte uns in den späten Nuller-Jahren mit zarten Songs – v.a. seinem Album «Night Falls Over Kortedala» –, bei denen es sich besonders lohnte, auf die Texte zu hören und mit denen er die Ohren fest versiegelte und die Herzen öffnete.

Diesmal hat er sich nicht auf seine Qualitäten als Sänger zu minimalistischen Gitarrensound beschränkt, sondern seine Songs mit elektronischen Sounds unterlegt. Kommt beim ersten Hören erstmal neu und vielleicht auch ein bisschen befremdlich vor, aber es klingt wunderbar – warum auch nicht? Oder anders gefragt: Warum eigentlich nicht schon viel früher? Und so aufdringlich elektronisch ist es sowieso nicht durchweg produziert; es startet knallig und rollt sanft aus. Allzuviel hat sich also zum Glück nicht verändert – manchmal sind Konstanten doch beruhigend. Besonders schön: Die Saxophone in «How We Met, The Long Version». Yeah! «Wedding in Finistere» erinnert an den Sound von Paul Simons’ «Graceland». Bingo!

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