Archeological & Archival, Photography, Visual & Iconic

My view on art & culture in March 2017 in my private pictures & meandering words

Please follow me on Instagram for regular updates.


The entrance to the stage workshop of Volksbühne in Weissensee

The entrance to the stage workshop of Volksbühne in Weissensee

This is the entrance to the stage workshop of Volksbühne in Weissensee. ⠀
Volksbühne – so many memories are connected with it. ⠀
The fist time I was there was for the concert of the back then new band Tocotronic in August 1996. I didn’t live in Berlin and the internet as we know it now didn’t exist yet, so we just tried naively to get rest-tickets. Luckily it worked out and I didn’t have a reason to complain like the title of their back then just released album «Wir Kommen Um Uns Zu Beschweren» said it.
Many evenings to be remembered followed there. Also some sleep is envolved here, that comes with theatre productions lasting five hours or more. But over the years I got trained. How good the training was will be tested when I will hopefully get to see the latest staging of «Faust» by Frank Castorf which I was told goes at least for 8 if not for 10 hours even. ⠀
I will deeply miss the challenges the Volkbühne put me in – if the rumours of the announced changes will really become true. ⠀
In January I called them, because I had to cancel a ticket. The music they played while I was on hold was the word «Danke», sung by the choir of Volksbühne in a version of a German Christian hymn written by Martin Gotthard Schneider and one of the first songs in the genre later called new spiritual song. With the lines missing the message it seems to say: «Thanks for nothing!» – and rightly so, because we have to say thank you! ⠀
DANKE, VOLKSBÜHNE! • ⠀


Claudia Sarnthein's presentation «Von Alters her/ From the Old» at Künstlerhaus Bethanien

Claudia Sarnthein’s presentation «Von Alters her/ From the Old» at Künstlerhaus Bethanien

Continue reading

Standard
Jens Lekman | Foto: Ellika Henrikson
Linguistic, Sound & Vision

Don’t call it a comeback!

Der Junge mit Liedern so sanft wie Gänseblümchen unter dem Arm: Jens Lekman

Jens Lekman – er war bei mir fast schon aus dem Gedächtnis verschwunden und unter «Smells like 30-something-spirit» abgelegt – hat soeben sein neues Album «Life Will See You Now» veröffentlicht. Der scheinbar alterslose Schwede aus Göteborg, der zwischenzeitlich nach Australien ausgewandert war, beschenkte uns in den späten Nuller-Jahren mit zarten Songs – v.a. seinem Album «Night Falls Over Kortedala» –, bei denen es sich besonders lohnte, auf die Texte zu hören und mit denen er die Ohren fest versiegelte und die Herzen öffnete.

Diesmal hat er sich nicht auf seine Qualitäten als Sänger zu minimalistischen Gitarrensound beschränkt, sondern seine Songs mit elektronischen Sounds unterlegt. Kommt beim ersten Hören erstmal neu und vielleicht auch ein bisschen befremdlich vor, aber es klingt wunderbar – warum auch nicht? Oder anders gefragt: Warum eigentlich nicht schon viel früher? Und so aufdringlich elektronisch ist es sowieso nicht durchweg produziert; es startet knallig und rollt sanft aus. Allzuviel hat sich also zum Glück nicht verändert – manchmal sind Konstanten doch beruhigend. Besonders schön: Die Saxophone in «How We Met, The Long Version». Yeah! «Wedding in Finistere» erinnert an den Sound von Paul Simons’ «Graceland». Bingo!

Continue reading

Standard
Vesuvio Solo aus Montréal | Foto: Michael James/Atelier Ciseaux Records
Performative, Sound & Vision

Im Gleichklang durch Gefühle schweifen

Vesuvio Solo aus Montréal nehmen uns mit auf eine Spritztour durch Soft-Rock und Sophisticated Pop, um der Dunkelheit zu entkommen. Springen wir auf und lassen wir uns beflügeln!

Zeit ist schon etwas Merkwürdiges: Wir sind zwar ständig mit ihr konfrontiert und bewegen uns immer in ihr, aber können sie letztendlich doch nicht wirklich erfassen. Erst wenn wir uns freiwillig oder unfreiwillig verändern, um uns herum etwas abläuft – und sei es nur, dass im Herbst die Blätter fallen – oder wir uns von der Stelle bewegen und sich dadurch unsere Horizonte und Grenzen verschieben, können wir uns ihrer bewusst werden.

Musterbeispiele dafür: Die Reise. Das Unterwegssein. Und beides wollen wir zwar gelegentlich, aber dann doch lieber: nicht alleine. Die Band Vesuvio Solo aus Montréal, gegründet von Thom Gillies und Cam MacLean, die seit ihren Teenagertagen zusammen Musik schreiben, holt uns deshalb ab und nimmt uns ganz einfach mit auf eine kleine Spritztour.

Continue reading

Standard
Evripidis Sabatis of «Evripidis and His Tragedies» | Foto: Daniel Riera
Interview, Linguistic, Performative, Sound & Vision

«Through pain I learned to be more empathic with other people, I learned to forgive, I learned to let go, I learned to heal myself.»

Singer-songwriter Evripidis Sabatis of «Evripidis and His Tragedies» from Barcelona, who has just released his third album «Futile Games In Space And Time» speaks about teenage dramas, queer love, his roots and his ambitions and explains what he likes and dislikes about Berlin.

Norbert Bayer: Hello Evripidis! Are you ready?

Evripidis Sabatis: Yes, I am.

Where are you right now?

At home, in the district of Poble Nou in Barcelona. I have many plants, drawings and books around me. Outside the window there is a patio full of plants, some of them quite huge.

Are you home a lot or always on the run between different places?

I used to be on the run for years, never resting, but now I am well installed in Barcelona, finally at a place I can call home. So nowadays I like spending a lot of time indoors.

Which means that you’re more up to futile games in time now than in spaces?

I believe that right now I might be playing a game that is not futile, at least not as futile as other ones I have been engaged to… ’Cause at the end of the day we all going to perish, right?

That’s right.

My point of view in things remains the same anyway – everything is futile and every experience is necessary and valuable.

But nevertheless in the song «15 Again» from your new album «Futile Games In Space And Time» you refer to the dream of wanting to be a teenager again. Did you have a happy time as teenager?

As a teenager I had a mixed time: Sometimes I felt utterly miserable and alienated and ugly, sometimes it was pure fun. The song is not about wanting to be a teenager again, it is about feeling things in the intense, hormone-fueled way that teenagers do, with all the buzzing and the drama.

Do you think that works the same way for gay people? Or are you idealizing here? GLBTI-teenagers are still more suicidal than others, for example.

Continue reading

Standard
Die Band „Golf“ aus Köln | Foto: Landstreicher Booking
Performative, Sound & Vision

Hipness & Hotness

Planschen in Sommersounds – dieses Jahr unbedingt mit Golf aus Köln. Schwimm einfach mit!

«Irgendwie könnte ein bisschen Boy-Glamour nicht schaden.»
«Wie meinst du das jetzt? In deinem Leben?»
«Sehr witzig. Naja, es gibt da diese Band, Golf
«Golf?! Wie der Sport?»
«Hmm… vielleicht auch eher wie das Auto. Oder der warme Golfstrom… Jedenfalls sind das vier Jungs aus Köln…»
«… ist ja schon mal originell!»

Continue reading

Standard
Schorsch Kamerun | Foto: Christoph Voy/Ullstein Buchverlage
Linguistic, Performative, Sound & Vision

Schenkt dir das Leben Zitronen – dann mach «Anarckeey» daraus!

Schorsch Kamerun, das Hamburger Allround-Talent zwischen Musik und Theater und außerdem Mitbegründer des Golden Pudel Clubs, legt nun sein Buch Die Jugend ist die schönste Zeit des Lebens vor.

Vom unscharfen Coverfoto seines Buchs Die Jugend ist die schönste Zeit des Leben grüsst uns Schorsch Kamerun mit dem Kopf nach unten hängend; seine Augen und sein Mund sind beide in die aufrechte Richtung darauf kollagiert. Sein Mund liegt somit über seinen Augen: Will er damit ausdrücken, dass bei ihm die Botschaft über dem Bild und der Geist über dem Image steht? Zumindest purzeln bereits hier die individuellen Elemente im Gesichtsfeld durcheinander und Zusammenhänge werden in Frage gestellt.

Er trägt einen Strickpullover mit klassisches Argyle-Muster: Ein leicht abgewetzter Look aus zweiter Hand zwischen bieder und preppy, der mit seinen bunten Rauten auf Weiß auch einen Hauch von Arlecchino-Figur der Commedia dell’Arte in sich trägt. Wie ein Harlekin schlüpft Kamerun gerne in verschiedene Rollen – die des Biedermanns gehört erfreulicherweise definitiv nicht dazu. Lieber möchten Schorsch Kamerun und auch sein biographisch inspiriertes Alter Ego Tommi from Germany wie Trickster-Figuren die künstlerischen und politischen Bedingungen durcheinanderwirbeln: Mal ist er als Musiker, z.B. mit seiner Band Die Goldenen Zitronen, dann als Clubbetreiber oder Theatermacher unterwegs und nun eben als Autor.

Continue reading

Standard
Stereo Total aus Berlin sind Brezel Göring und Françoise Cactus
Interview, Performative, Sound & Vision

«Ich schreibe meine Lieder nie nach Botschaften – ich schreibe meine Lieder nach Ideen!»

Françoise Cactus und Brezel Göring von Stereo Total im Interview über ihr neues Album Les Hormones, Rebellion, Schönheitsprobleme und Zufälle beim Kennenlernen.

Norbert Bayer: Liebe Françoise, lieber Brezel, zählt ihr eure Alben eigentlich noch oder habt ihr schon damit aufgehört?

Françoise Cactus: Es hängt davon ab, wie man das zählt. Also ist das jetzt das 10. oder das 12. offizielle Ding?

Brezel Göring: Also ich glaube, offiziell das zwölfte, aber inoffiziell wahrscheinlich schon 20. oder 26.

Euer neues Album heißt ja Les Hormones. Wo ist denn die Miss Rébellion des Hormones vom Album Paris Berlin geblieben – habt ihr sie rausgeschmissen?

FC: Ah ja, stimmt, Les Hormones ist immer ein Lieblingsthema von mir gewesen, schon damals. Hier kannst du Les Hormones sehen. (Sie zeigt eine Postkarte mit dem Cover von ihrem Hörspiel Autobigophonie.) Das sind die Jungs aus meinem Dorf, das waren meine Kumpels, als ich Teenager war und wir haben auch Musik zusammen gehört und dann hat jemand gesagt: «Oh, wir machen eine Band, wir machen eine Band!»

Continue reading

Standard
The Pirouttes, Paris, Pop, Chanson, Elektropop
Sound & Vision

On revient toujours à ses premières amours

The Pirouettes aus Paris sind das neue Traumpaar und Power Couple des französischen Pop-Chansons.

In Zeiten wie unseren, in denen Beziehungen immer brüchiger werden und keine Verbindung länger hält als ein paar Saisons – also wenn Raf Simons nicht mehr für Dior arbeiten will und Alber Elbaz plötzlich Lanvan verlässt – und du am liebsten in deiner Matratzengruft versinken und dich deinen Depressionen hingeben möchtest, bleibt dir immerhin noch diese eine Gewissheit: Ce n’est pas la mer à boire, denn der nächste große Coup des französichen Pops wird ganz bestimmt kommen und dich von deiner Traurigkeit befreien. Und tatsächlich kündigt er sich bereits wie ein erlösender Sonnenaufgang nach einer tiefen, dunklen Nacht an und personalisiert sich im Duo The Pirouettes aus Paris, France.

The Pirouettes sind Vickie Chérie und Leo Bear Creek, die sich in der Schule in Annecy kennen gelernt haben und beide angetreten sind, das neue Power Couple des französischen Elektropops zu werden. Ob sie in naher Zukunft in die sehr großen Fussstapfen von Elli & Jacno und von Catherine Ringer und Frédéric Chichin treten und die Geschichte der erfolgreichen Musikerpaare der Independentszene in Frankreich weiter schreiben werden? Im Song Dernier Métro nehmen sie jedenfalls mit einem Soundschnipsel aus Marcia Balla von Les Rita Mitsouko direkt Bezug auf diesen Teil der Vergangenheit. Darüber hinaus erinnert dessen Sound mit seinen hämmernden Keyboard-Klängen an den Synthie-Knaller Partenaire Particulier, womit als musikalische Referenzen eindeutig die ganz großen Klassiker der französischen Popszene der 80er Jahre indentifiziert wären, in die sich The Pirouettes vielleicht in naher Zukunft einreihen werden. Für die rechtsrheinischen frankophilen und frankophonen Hörer dürfte der Song Robocop wie ein Souvenir vom Album Musique Automatique von Stereo Total klingen oder mit seinen zeitweise rumpelnden Beats auch an Mein kleines Pony von Frederik Schikowski erinnern.

Continue reading

Standard