Werewolf Ashley McKenzie Grassfire Films FB
Sound & Vision, Visual & Iconic

Un­an­ge­kündig­te Züge

Der Film «Werewolf» von der kanadischen Regisseurin Ashley McKenzie skizziert achtsam das Unangekündigte und zeichnet die schleichenden Wandlungen der Protagonisten nach.

Wer mit einem Film über Ex-Junkies nach Berlin kommt, beweist Humor oder Abgebrühtheit – lebt diese Stadt doch vom Mythos des High-Seins und Dabei-Seins und ist verliebt in die zahlreichen Filme darüber. Nur hier bekommt man wie selbstverständlich das paradoxe Unterfangen hin, einen Film (in dem es ebenfalls um Drogenabhängige geht) im Wettbewerb außer Konkurrenz antreten zu lassen.

Die 1984 geborene kanadische Filmemacherin Ashley McKenzie ließ sich jedoch zum Glück davon weder einschüchtern noch beirren und stellte bei der Berlinale in der Reihe «Forum» ihren ersten Langfilm «Werewolf» vor, der bereits den Grand Prix Focus QC/Canada beim Festival du nouveau cinema in Montréal gewonnen hat und unter die zehn besten kanadischen Beiträge beim Toronto International Film Festival kam. Bei ihr geht es jedoch nicht darum, Drogenerfahrungen und Rausch zu verpoppen oder zu verherrlichen, denn bei ihr sind die beiden Protagonisten Nessa (gespielt von Bhreagh MacNeil) und Blaise (Andrew Gillis) bereits in ein Methadonprogramm eingestiegen. Sie leben in einer ländlichen Gegend im Osten Kanadas in einem Wohnwagen im Wald und schlagen sich damit durch, die Vorgärten von Hausbesitzern zu mähen; das dafür nötige Benzin klauen sie aus deren Autos. Somit dreht sich ein Teil des alltäglichen Lebens und des Films um den lebenswichtigen Rasenmäher, der am Laufen gehalten werden muss, und die ermüdenden Anbiederungsversuche an die Einwohner, damit das Überleben gesichert ist. «Sie würden nicht einen Tag in meinem Leben aushalten!» schreit denn auch Blaise einmal bei der Methadonvergabe einen der Apotheker an.

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Vesuvio Solo aus Montréal | Foto: Michael James/Atelier Ciseaux Records
Performative, Sound & Vision

Im Gleichklang durch Gefühle schweifen

Vesuvio Solo aus Montréal nehmen uns mit auf eine Spritztour durch Soft-Rock und Sophisticated Pop, um der Dunkelheit zu entkommen. Springen wir auf und lassen wir uns beflügeln!

Zeit ist schon etwas Merkwürdiges: Wir sind zwar ständig mit ihr konfrontiert und bewegen uns immer in ihr, aber können sie letztendlich doch nicht wirklich erfassen. Erst wenn wir uns freiwillig oder unfreiwillig verändern, um uns herum etwas abläuft – und sei es nur, dass im Herbst die Blätter fallen – oder wir uns von der Stelle bewegen und sich dadurch unsere Horizonte und Grenzen verschieben, können wir uns ihrer bewusst werden.

Musterbeispiele dafür: Die Reise. Das Unterwegssein. Und beides wollen wir zwar gelegentlich, aber dann doch lieber: nicht alleine. Die Band Vesuvio Solo aus Montréal, gegründet von Thom Gillies und Cam MacLean, die seit ihren Teenagertagen zusammen Musik schreiben, holt uns deshalb ab und nimmt uns ganz einfach mit auf eine kleine Spritztour.

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