Izïa Higelin als Delphine und Cécile de France als Carole in „La Belle Saison – Eine Sommerliebe“ von Catherine Corsini | Foto: Alamode Film
Sound & Vision

The Summer of Love auf französisch? «La Belle Saison» d’amour!

Der Film La Belle Saison – Eine Sommerliebe von Catherine Corsini begleitet Izïa Higelin als Delphine und Cécile de France als Carole auf den Wegen ihrer Liebesbeziehung durch die politisch engagierten frühen 1970er Jahre in Frankreich.

Das trockene Land des Südens ermöglicht einen schnellen und federnden Schritt, der nach vorne strebt, während der schlammige Boden des Nordens durch eine langsamere und haftende Gangart die Menschen eher an sich bindet. So erklärt es im Film La Belle Saison – Eine Sommerliebe von Catherine Corsini, der 1971 in Frankreich spielt, die 23-jährige Delphine ihrer älteren Freundin und zukünftigen Geliebten Carole. Diese Ausführung umreißt gleichzeitig kurz und prägnant auch die beiden Charaktere und ihre daraus folgenden Handlungsmuster.

Delphine (gespielt von Izïa Higelin) ist im Norden Frankreichs auf einem Bauernhof aufgewachsen, also unter traditionell geprägten Geschlechtermodellen, die Frauen wenig eigenen Entscheidungsspielraum einräumten. Andererseits wurden sie durchaus als gleichberechtigt eingestuft, wenn es um die Einbindung in die Verrichtung der täglichen Arbeiten in der Landwirtschaft ging. Dies führte aber nicht dazu, dass sie aufgrund ihrer Leistungen für sich gleichzeitig auch daraus abgeleitete Rechte, wie eigenes Gehalt oder Krankenversicherung, eingefordert hätten.

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Stereo Total aus Berlin sind Brezel Göring und Françoise Cactus
Interview, Performative, Sound & Vision

«Ich schreibe meine Lieder nie nach Botschaften – ich schreibe meine Lieder nach Ideen!»

Françoise Cactus und Brezel Göring von Stereo Total im Interview über ihr neues Album Les Hormones, Rebellion, Schönheitsprobleme und Zufälle beim Kennenlernen.

Norbert Bayer: Liebe Françoise, lieber Brezel, zählt ihr eure Alben eigentlich noch oder habt ihr schon damit aufgehört?

Françoise Cactus: Es hängt davon ab, wie man das zählt. Also ist das jetzt das 10. oder das 12. offizielle Ding?

Brezel Göring: Also ich glaube, offiziell das zwölfte, aber inoffiziell wahrscheinlich schon 20. oder 26.

Euer neues Album heißt ja Les Hormones. Wo ist denn die Miss Rébellion des Hormones vom Album Paris Berlin geblieben – habt ihr sie rausgeschmissen?

FC: Ah ja, stimmt, Les Hormones ist immer ein Lieblingsthema von mir gewesen, schon damals. Hier kannst du Les Hormones sehen. (Sie zeigt eine Postkarte mit dem Cover von ihrem Hörspiel Autobigophonie.) Das sind die Jungs aus meinem Dorf, das waren meine Kumpels, als ich Teenager war und wir haben auch Musik zusammen gehört und dann hat jemand gesagt: «Oh, wir machen eine Band, wir machen eine Band!»

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The Pirouttes, Paris, Pop, Chanson, Elektropop
Sound & Vision

On revient toujours à ses premières amours

The Pirouettes aus Paris sind das neue Traumpaar und Power Couple des französischen Pop-Chansons.

In Zeiten wie unseren, in denen Beziehungen immer brüchiger werden und keine Verbindung länger hält als ein paar Saisons – also wenn Raf Simons nicht mehr für Dior arbeiten will und Alber Elbaz plötzlich Lanvan verlässt – und du am liebsten in deiner Matratzengruft versinken und dich deinen Depressionen hingeben möchtest, bleibt dir immerhin noch diese eine Gewissheit: Ce n’est pas la mer à boire, denn der nächste große Coup des französichen Pops wird ganz bestimmt kommen und dich von deiner Traurigkeit befreien. Und tatsächlich kündigt er sich bereits wie ein erlösender Sonnenaufgang nach einer tiefen, dunklen Nacht an und personalisiert sich im Duo The Pirouettes aus Paris, France.

The Pirouettes sind Vickie Chérie und Leo Bear Creek, die sich in der Schule in Annecy kennen gelernt haben und beide angetreten sind, das neue Power Couple des französischen Elektropops zu werden. Ob sie in naher Zukunft in die sehr großen Fussstapfen von Elli & Jacno und von Catherine Ringer und Frédéric Chichin treten und die Geschichte der erfolgreichen Musikerpaare der Independentszene in Frankreich weiter schreiben werden? Im Song Dernier Métro nehmen sie jedenfalls mit einem Soundschnipsel aus Marcia Balla von Les Rita Mitsouko direkt Bezug auf diesen Teil der Vergangenheit. Darüber hinaus erinnert dessen Sound mit seinen hämmernden Keyboard-Klängen an den Synthie-Knaller Partenaire Particulier, womit als musikalische Referenzen eindeutig die ganz großen Klassiker der französischen Popszene der 80er Jahre indentifiziert wären, in die sich The Pirouettes vielleicht in naher Zukunft einreihen werden. Für die rechtsrheinischen frankophilen und frankophonen Hörer dürfte der Song Robocop wie ein Souvenir vom Album Musique Automatique von Stereo Total klingen oder mit seinen zeitweise rumpelnden Beats auch an Mein kleines Pony von Frederik Schikowski erinnern.

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