Linguistic, Performative, Sound & Vision, Spacial

Gallery Weekend Berlin 2017: Adam Pendleton, Donna Huanca, Luigi Presicce, Helga Paris, Jeongmoon Choi & Stefan Panhans

A selection of artists and their work shown at galleries, off-spaces, showrooms, municipal galleries and private collections in Berlin.
Most of them will be on display for longer – check them out!

Italian artist Luigi Presicce is exhibiting in Berlin at M+Project which organized the exhibition «Nostalgia del Futuro» with the Italian artist who is shortlisted for the Premio Anna Morettini this year. ⠀

Italian artist Luigi Presicce is exhibiting in Berlin at M+Project which organized the exhibition «Nostalgia del Futuro» with the Italian artist who is shortlisted for the Premio Anna Morettini this year. ⠀

Italian artist Luigi Presicce is finally exhibiting in Berlin for the first time, because luckily M+Project organized the exhibition «Nostalgia del Futuro» with the Italian artist who is shortlisted for the Premio Anna Morettini this year. ⠀
Although working in performance art, he dates his initiation to become an artist back to his time as teenager when he got in contact with the large-sized paintings by American artist Julian Schnabel. ⠀
The son of a fisherman was born near Lecce in southern Italy and started with a series of self-portraits on sheets which evokes a certain religious reference: The Veil of Veronica, which became a central icon in the Western Church. ⠀
But it must be clearly stressed that Presicce rejects every religious dogma, even when he integrates religious elements in his works to form a hybrid symbolism that deals with various iconographic and iconologic references and as a consequence creates his own individual mythology. ⠀
The mix of performance and pictoriality was the significance of his work ever since his first works and actually his art can be seen as a form of media art – in a literal sense that it tries to preserve the special quality of intermediality and stimulate comunication between different spheres which can’t be clearly devided by general logic. This combination is defined by «tacit knowledge» and its connected skills, ideas and experiences – like sailing does require it or like it is embodied in artistic performances. ⠀
Also modernist movements incorporated this special, sometimes «magic» wisdom – a part of the history of modernism which is mostly ignored, but to a greater extent inspiring generations of artists. ⠀
They work in this special tradition and never forget about the utopian qualities of historic and tacit wisdom – the way Luigi Presicce incorporates it is just striking. •

Stefan Panhans and Andrea Winkler set up an exhibition under the title «A Gallerina's Dream (Arbeitstitel)» at Galerie im Turm.

Stefan Panhans and Andrea Winkler set up an exhibition under the title «A Gallerina’s Dream (Arbeitstitel)» at Galerie im Turm.

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Heike-Melba Fendel: «Zehn Tage im Februar», Blumenbar Verlag
Linguistic

Beim nächsten Mal wird alles anders

Heike-Melba Fendel lässt die Protagonistin ihres Romans «Zehn Tage im Februar» in die Welt des Films abgleiten und über die Liebe schwadronieren. Was für ein Irrweg!

Eine Frau, eine Straße, ein Leben, eine Welt. Diese Zutaten können ausreichen für einen Roman, auch für einen Liebesroman. Heike-Melba Fendel wandelt diese Komponenten ab in: Eine Filmjournalistin, der Stadtteil Tempelhof in Berlin, eine erschlaffte Beziehung, die Welt der Filme und der Filmindustrie. Dies reicht für ihren Roman «Zehn Tage im Februar», der gerade im Blumenbar Verlag erschienen ist. Irgendwie halbwegs zumindest.

Besagte Frau wird von ihrem Mann, der das ganze Buch über lediglich «der Mann» bleibt, verlassen. Um genau zu sein: Vorübergehend für angekündigte zehn Tage verlassen, denn er möchte für diesen Zeitraum ausziehen, weil die Frau Filmjournalistin und während der Berlinale so gut wie nie zuhause, sondern dienstlich unterwegs ist. Das stört den Mann und er quartiert sich während dieser Zeit aus und ermöglicht der Frau ihre Freiräume. Eigentlich zuvorkommend von ihm und praktisch für sie, sollte man meinen. Aber weit gefehlt.

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Izïa Higelin als Delphine und Cécile de France als Carole in „La Belle Saison – Eine Sommerliebe“ von Catherine Corsini | Foto: Alamode Film
Sound & Vision

The Summer of Love auf französisch? «La Belle Saison» d’amour!

Der Film La Belle Saison – Eine Sommerliebe von Catherine Corsini begleitet Izïa Higelin als Delphine und Cécile de France als Carole auf den Wegen ihrer Liebesbeziehung durch die politisch engagierten frühen 1970er Jahre in Frankreich.

Das trockene Land des Südens ermöglicht einen schnellen und federnden Schritt, der nach vorne strebt, während der schlammige Boden des Nordens durch eine langsamere und haftende Gangart die Menschen eher an sich bindet. So erklärt es im Film La Belle Saison – Eine Sommerliebe von Catherine Corsini, der 1971 in Frankreich spielt, die 23-jährige Delphine ihrer älteren Freundin und zukünftigen Geliebten Carole. Diese Ausführung umreißt gleichzeitig kurz und prägnant auch die beiden Charaktere und ihre daraus folgenden Handlungsmuster.

Delphine (gespielt von Izïa Higelin) ist im Norden Frankreichs auf einem Bauernhof aufgewachsen, also unter traditionell geprägten Geschlechtermodellen, die Frauen wenig eigenen Entscheidungsspielraum einräumten. Andererseits wurden sie durchaus als gleichberechtigt eingestuft, wenn es um die Einbindung in die Verrichtung der täglichen Arbeiten in der Landwirtschaft ging. Dies führte aber nicht dazu, dass sie aufgrund ihrer Leistungen für sich gleichzeitig auch daraus abgeleitete Rechte, wie eigenes Gehalt oder Krankenversicherung, eingefordert hätten.

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Stereo Total aus Berlin sind Brezel Göring und Françoise Cactus
Interview, Performative, Sound & Vision

«Ich schreibe meine Lieder nie nach Botschaften – ich schreibe meine Lieder nach Ideen!»

Françoise Cactus und Brezel Göring von Stereo Total im Interview über ihr neues Album Les Hormones, Rebellion, Schönheitsprobleme und Zufälle beim Kennenlernen.

Norbert Bayer: Liebe Françoise, lieber Brezel, zählt ihr eure Alben eigentlich noch oder habt ihr schon damit aufgehört?

Françoise Cactus: Es hängt davon ab, wie man das zählt. Also ist das jetzt das 10. oder das 12. offizielle Ding?

Brezel Göring: Also ich glaube, offiziell das zwölfte, aber inoffiziell wahrscheinlich schon 20. oder 26.

Euer neues Album heißt ja Les Hormones. Wo ist denn die Miss Rébellion des Hormones vom Album Paris Berlin geblieben – habt ihr sie rausgeschmissen?

FC: Ah ja, stimmt, Les Hormones ist immer ein Lieblingsthema von mir gewesen, schon damals. Hier kannst du Les Hormones sehen. (Sie zeigt eine Postkarte mit dem Cover von ihrem Hörspiel Autobigophonie.) Das sind die Jungs aus meinem Dorf, das waren meine Kumpels, als ich Teenager war und wir haben auch Musik zusammen gehört und dann hat jemand gesagt: «Oh, wir machen eine Band, wir machen eine Band!»

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Catrine Val, Feminist, Kehrer Verlag, Mode, Models, Feminismus
Interview, Photobook, Photography

«Mode spricht eine Sprache der Anpassung oder der Revolte»

Frau Val, Sie haben gerade Ihr neues Fotobuch FEMINIST veröffentlicht, in dem Sie sich mit den verschiedensten modischen Versatzstücken selber inszenieren. Was verbindet für Sie Mode und Feminismus?

Catrine Val: Nun, die Wahl des Buchtitels klingt zunächst an sich unsexy und spröde unparfümiert. Dabei dreht sich doch in der Mode alles um die Frau? Und den Mann – bei allem Feminismus sind Männer aus der Mode nicht wegzudenken. Per Definition lehnen Feministinnen die lüsterne Seite des Scheins ab, denn sie haben für andere Rechte gekämpft, als in die Falle des sinnlosen Selbstverliebtseins zu stolpern, aber die Zeichen der Mode sprechen entweder eine Sprache der Anpassung oder eine der Revolte. Die Großmütter der heutigen Feministinnen kannten das Korsett als Synonym der Unterdrückung. Heutzutage ist die Oberfläche des modisch inszenierten weiblichen Körpers die Projektionsfläche der gesellschaftlichen Verhältnisse. Ganz klar ist, dass alle feministischen Strömungen Konstrukte unserer Gesellschaft sind und aus der Notwendigkeit heraus geboren wurden. Als Frau, Mutter und Künstlerin suche ich nach keiner Pauschallösung. Vielmehr lerne ich diese Rollen täglich neu und erfülle sie mit Authentizität. Mir gefällt die Idee des dekonstruktiven Feminismus, der davon ausgeht, dass es so viele Identitäten wie Menschen gibt – starre Geschlechterbilder sollten schnellstmöglich über Bord geworfen werden.

Was macht Ihrer Meinung nach einen Körper vor der Kamera überhaupt zum Model?

Schließt man in diesem Moment die Augen, dann sehen doch die meisten von uns ein graziles, schlankes Mädchen, oder? Es sind harte Fakten die das Körperideal diktieren: 90 x 60 x 90. Models wissen das: 5 Kilo addiert die Kamera zum Realmaß hinzu. In der Verzweiflung wird deshalb der Körper zunehmend durch chirurgische Eingriffe auf das gültige Maß gebracht.
Wer über Schönheit und Mode nachdenkt, muss sich auch mit der Struktur und Funktionsweise der Medien auseinander setzen. Der Körper ist heute nicht mehr Maßstab, sondern er ist zum Medium geworden. Das ist ein grotesker Werteverfall, denn leider wird diese Maxime immer mehr von den Medien als von der Mode diktiert.

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Photobook, Visual & Iconic

Catrine Val – Feminist

Galerie

Hier finden Sie das Interview mit Catrine Val zu Feminist