Freee: «Protest is Beautiful», 2007/2013, postcard | Foto: Ben Fitton, Courtesy: Freee
Spacial

Neue Zonen und weiche Zäune

Vom Gezi-Park zu Beuys’ Eichen

Ein Mann schreit in das Mikro eines Megaphons, dessen Lautsprecher er sich an sein rechtes Ohr hält, als ob er seiner eigenen Artikulationsfähigkeit gegenüber Zweifel hegte und sich nur noch über die körperliche Erfahrung von Schallwellen den noch verbliebenen Resten seiner eigenen Mitteilungsfähigkeit vergewissern könne. Als hätte man ihm den nötigen Resonanzraum genommen, der nötig ist, um aus Lauten Sprache werden zu lassen, bleibt ihm daher nur die von der Öffentlichkeit unbemerkt bleibende autoaggressive Handlung. Es handelt sich hierbei um eine Fotografie vom kurdischen Künstler, Autor und PEN-Club Mitglied Şener Özmen, der das oben beschriebene Selbstportrait aus dem Jahre 2005 in der Gruppenausstellung Agoraphobia im Kunstraum Tanas in Berlin zeigte.[1]

Die Kuratorin Fulya Erdemci hatte diese Ausstellung als Prolog der 13. Ausgabe der Istanbul Biennale vorangestellt, für die sie ebenfalls verantwortlich zeichnete. Diese fand unter dem Titel Mum, am I a Barbarian? vom 14. September bis 10. November 2013 statt. Fulya Erdemci ist Kuratorin und Autorin und lebt in Istanbul und Amsterdam; von 1994 bis 2000 war sie Direktorin der Istanbul Biennale und leitete von 2008 bis 2012 die Stiftung SKOR in Amsterdam, die Kunstwerke für den öffentlichen Raum begutachtet und entwickelt. Mit den beiden Ausstellungskonzepten aus dem Jahre 2013 hinterfragte sie Konflikt­potentiale von aktuellen Stadt­entwicklungen, die sich in sozialen Bewegungen widerspiegeln, rückte den öffentlichen städtischen Raum als Grundlage für demo­kratische Meinungs­bildung und freie Meinungsäußerung in das Zentrum ihres kuratorischen Interesses.

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