Archeological & Archival, Performative

Metanoiasophie | Documenta Diary #3

Zeltskulptur von Rebecca Belmores auf dem Filoppou-Hügel in Athen

Zeltskulptur von Rebecca Belmores auf dem Filoppou-Hügel in Athen

Der erste Tag der documenta-14-Preview beginnt mit dem Aufstieg auf den Filoppou-Hügel. Neben dem Monument des Filoppou, das den Musen geweiht ist, hat die Künstlerin Rebecca Belmores eine Zeltskulptur aufgestellt, in dem man sitzen, sich entspannen und auf die Acropolis schauen kann.
Das Zelt schaut wie aus Marmor aus, aber es ist stattdesssen aus Metal und angemalt. Es zu finden gleicht einem performativen Akt und es scheint nur möglich, es mit Schwarmintelligenz, weil es noch an detailierter Information fehlt, wie man genau hinkommt. Jemand hat davon gehört, eine andere trägt es in die Karte ein und andere rennen vor und zurück, um es endlich in der Mittagssonne zu finden. Es kostet keinen Eintritt und es gibt auch sonst keine Beschränkungen – ein wahrlich demokratisches Kunstwerk, offen für alle und jeden. Eine weitverbreitete Kunstzeitschrift wird es später zu dem signifikanten Kunstwerk der documenta 14 wählen.

Kunststoffblumen vor «The Breeder Gallery», in welche sich später eine Peaches-Darstellerin werfen wird.

Kunststoffblumen vor «The Breeder Gallery», in welche sich später eine Peaches-Darstellerin werfen wird.

Am ersten Preview-Tag eröffnen Abends um 23.00 die Athener Galerien. Bei «The Breeder Gallery» gibt es ein Potpourri der künstlerischen Positionen unter dem Titel «SI SEDES NON IS», kuratiert von Milovan Farronato. The Ausstellung, die sowohl griechische als auch internationale Künstler präsentiert, simuliert eine alchemistische Werkstatt, indem sie eine chaotisch orchestrierte Versammlung von Skulpturen, Malereien und magischen Schriften inszeniert. Aromatisiert wird das ganze mit intensiven Performances, welche die ausgestellten Objekte mit einem Hauch von Zauber, Spiritualität und Verbundenheit abrunden, die die Migration von wahnsinnigen Formen und kraftvoller Philosophie zu einem Strauß von Blue-Chip Künstlern bindet.

Ben Dabush aus Berlin bei «Edge.Piräus» im Kastela Art Center

Ben Dabush aus Berlin bei «Edge.Piräus» im Kastela Art Center

In Piräus bringt die Gruppenausstellung «Edge.Piräus» im Kastela Art Center Studenten der Kunsthochschule Weissensee in Berlin mit griechischen Künstlern zusammen. Ben Dabush aus Berlin denkt dabei über die Schichten der archäologischen Grundlagen nach, indem er Constantin Brâncuși mit einer Meta-Säule aus Säulen im ionischen Stil adaptiert. Souvenirs für Touristen bilden eine lachse Skultpur, die auch als Seil mit Knoten interpretiert werden kann – auch um dem angenommenen Fortschritt zu entkommen, der eine nachträglich konstruierte Geschichtsschreibung in künstliche Epochen abtrennt. Nichtsdestotrotz steht Dabush vor dem sogenannten «Ionischen Eckkonflikt», der durch die Ausrichtung er Voluten entsteht, aber mühelos leugnet er die Existenz der Superposition.

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