Archeological & Archival, Spacial

«Ein jeder will leben» | Documenta Diary #1

Amalia Vekri: «Fix Greek Summer 1 & 2», 2017 bei «DaDa Da Academy presents present». Die ehemalige Fix-Brauerei wurde zum Nationalmuseum für zeitgenössische Kunst (EMST) umgebaut.

Amalia Vekri: «Fix Greek Summer 1 & 2», 2017 bei «DaDa Da Academy presents present». Die ehemalige Fix-Brauerei wurde zum Nationalmuseum für zeitgenössische Kunst (EMST) umgebaut.

Auf dem Weg zum Flughafen hebe ich Geld ab. Die Bank ist voller Ost-Rentner, die am ersten Tag des Monats die Bank stürmen. Ein erster Athen-Moment? Das erste Mal höre ich bewusst Griechisch im Flieger, als eine Ansage Rubbellose zum wohltätigen Zweck für die Kinderstiftung von Ryanair anpreist. «Become Millionaire and support Children!». Niemand kauft eines der Lose auf der 1806 Kilometer langen Flugstrecke. «Ein jeder will leben» lautet eine gängige Redensart in Griechenland.

Plakatwand in Athen mit dem Plakat der documenta 14

Plakatwand in Athen mit dem Plakat der documenta 14

Im Flieger: Ehemalige Direktorin eines Berliner Institution und ein Blogger, der für die Varoufakis Organisation schreibt, weil ihn politische Kontexte mehr interessieren als die Kunst. Verdruckstheit, wenn es um die Unterbringung geht – man möchte nicht frei heraus zugeben, dass man sich über AirBnb eingemietet hat, vermutlich ist das zu politisch unkorrekt und im Zusammenhang mit einer agitatorisch aufgeladenen Ausstellung wie der documenta in Athen doppelt schlecht fürs Image.

International Fine Arts Consortium in Athen

International Fine Arts Consortium in Athen

«The gods called me» – die Antwort von Lee A Weels, dem Director von International Fine Arts Consortium, das sowohl in New York als auch seit 2 Jahren in Athen situiert ist, auf die Frage warum seine Wahl auf Athen fiel. In seinem Ausstellungsraum im Süden Athens präsentiert er «DaDa Da Academy presents present» mit vielen griechischen Künstlern, von denen er besonders Panos Papadopoulos hervorhebt. Weels kommt aus Chicago und war in Schweinfurt mit der Amerikanischen Armee stationiert. In Chicago und New York hatte er Produzentengalerien und Off Spaces, in Russland hat er ebenfalls Ausstellungsprojekte gemacht – aber «Greece is better than Russia» sagt er und lacht dabei.

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