Stella Geppert, Installation, Performance, Berlin, Künstlerin, Hieroglyphendecke
Performative, Spacial

Space to Power

Stella Gepperts künstlerische Arbeiten sollen durch die Vermischung von Performance und Installation zwischenmenschliche Verhaltensweisen hinterfragen und Rollenmuster aufbrechen.

Stella Gepperts Arbeiten bewegen sich zwar im Kontext von Körper- und Raumkonzepten – wer dabei jedoch an Happenings denkt, liegt allerdings falsch, denn ihre Arbeiten sind keine von Darstellern ausgeführten und inszenierten Handlungsanweisungen, die in einem konventionellen oder erweiterten Ausstellungskontext dem Publikum dargeboten werden. Sie selbst bezeichnet ihre Arbeiten als Interventionen und ortspezifische Arbeiten. Ihre Inter­ventionen sind oft eher aus dem Zufall heraus entstandene Situationen und wenn sie Objekte entwickelt, sind diese vornehmlich aus eben jenen Situa­tionen und daraus abgeleiteten Hand­­­lungen entstanden. Einen Gestaltungs­prozess, der los­gelöst ist von dieser künst­lerischen Stra­tegie, gibt es bei ihr eher selten.

In der Arbeit «When Destruction Becomes New Form» aus dem Jahre 2011 beispielsweise schuf sie durch die unterschiedliche Art und Weise, wie sie eine Briefablage zerstörte – z.B. durch Werfen, Zerschmettern, Zertrümmern, Häm­mern – eine jeweils andere, neue und somit quasi dekonstruierte Briefablage. Sie ging dabei der Frage nach, wie sich über Dekonstruktion, die hierbei durchaus auch als positive Kraft ver­standen werden soll, Formen wieder rekon­struieren lassen, wie Dekonstruktion rückwirkend auch die Konstruktion bestimmen kann und somit beide über körperliche und räumliche Verfasstheiten in ein Wechselspiel eintreten können.

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Freee: «Protest is Beautiful», 2007/2013, postcard | Foto: Ben Fitton, Courtesy: Freee
Spacial

Neue Zonen und weiche Zäune

Vom Gezi-Park zu Beuys’ Eichen

Ein Mann schreit in das Mikro eines Megaphons, dessen Lautsprecher er sich an sein rechtes Ohr hält, als ob er seiner eigenen Artikulationsfähigkeit gegenüber Zweifel hegte und sich nur noch über die körperliche Erfahrung von Schallwellen den noch verbliebenen Resten seiner eigenen Mitteilungsfähigkeit vergewissern könne. Als hätte man ihm den nötigen Resonanzraum genommen, der nötig ist, um aus Lauten Sprache werden zu lassen, bleibt ihm daher nur die von der Öffentlichkeit unbemerkt bleibende autoaggressive Handlung. Es handelt sich hierbei um eine Fotografie vom kurdischen Künstler, Autor und PEN-Club Mitglied Şener Özmen, der das oben beschriebene Selbstportrait aus dem Jahre 2005 in der Gruppenausstellung Agoraphobia im Kunstraum Tanas in Berlin zeigte.[1]

Die Kuratorin Fulya Erdemci hatte diese Ausstellung als Prolog der 13. Ausgabe der Istanbul Biennale vorangestellt, für die sie ebenfalls verantwortlich zeichnete. Diese fand unter dem Titel Mum, am I a Barbarian? vom 14. September bis 10. November 2013 statt. Fulya Erdemci ist Kuratorin und Autorin und lebt in Istanbul und Amsterdam; von 1994 bis 2000 war sie Direktorin der Istanbul Biennale und leitete von 2008 bis 2012 die Stiftung SKOR in Amsterdam, die Kunstwerke für den öffentlichen Raum begutachtet und entwickelt. Mit den beiden Ausstellungskonzepten aus dem Jahre 2013 hinterfragte sie Konflikt­potentiale von aktuellen Stadt­entwicklungen, die sich in sozialen Bewegungen widerspiegeln, rückte den öffentlichen städtischen Raum als Grundlage für demo­kratische Meinungs­bildung und freie Meinungsäußerung in das Zentrum ihres kuratorischen Interesses.

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