Life in Franconia as seen through a window of Kunstpalais Erlangen which shows an exhibition by Juergen Teller | Photo: Norbert Bayer
Archeological & Archival, Photography, Visual & Iconic

Enjoy your life, Juergen Teller & Franconia!

Juergen Teller, who opens a show in April at Martin-Gropius-Bau in Berlin, was born in Erlangen where he has an exhibition at Kunstpalais Erlangen which is still on display there. 

It’s an intimate show dedicated to his mother Irene, his family and friends and the area he comes from: Franconia. The exhibition is defined by a simple set-up which underlines the private and easy-going approach of both the artworks and the show. It touches on all the different fields Juergen Teller works in: Fashion photography, personal portraits, conceptual works and the mise-en-scène of stars.

Weiterlesen

Standard
Archeological & Archival, Performative

Metanoiasophie | Documenta Diary #3

Zeltskulptur von Rebecca Belmores auf dem Filoppou-Hügel in Athen

Zeltskulptur von Rebecca Belmores auf dem Filoppou-Hügel in Athen

Der erste Tag der documenta-14-Preview beginnt mit dem Aufstieg auf den Filoppou-Hügel. Neben dem Monument des Filoppou, das den Musen geweiht ist, hat die Künstlerin Rebecca Belmores eine Zeltskulptur aufgestellt, in dem man sitzen, sich entspannen und auf die Acropolis schauen kann.
Das Zelt schaut wie aus Marmor aus, aber es ist stattdesssen aus Metal und angemalt. Es zu finden gleicht einem performativen Akt und es scheint nur möglich, es mit Schwarmintelligenz, weil es noch an detailierter Information fehlt, wie man genau hinkommt. Jemand hat davon gehört, eine andere trägt es in die Karte ein und andere rennen vor und zurück, um es endlich in der Mittagssonne zu finden. Es kostet keinen Eintritt und es gibt auch sonst keine Beschränkungen – ein wahrlich demokratisches Kunstwerk, offen für alle und jeden. Eine weitverbreitete Kunstzeitschrift wird es später zu dem signifikanten Kunstwerk der documenta 14 wählen.

Kunststoffblumen vor «The Breeder Gallery», in welche sich später eine Peaches-Darstellerin werfen wird.

Kunststoffblumen vor «The Breeder Gallery», in welche sich später eine Peaches-Darstellerin werfen wird.

Weiterlesen

Standard
Archeological & Archival, Performative, Sound & Vision

«There is never no alternative» | Documenta Diary #2

Kampfjets über der Akropolis und Athen

Kampfjets über der Akropolis und Athen

Heute: «Lernen von Athen» (documenta) meets «Hausaufgaben machen» (Wolfgang Schäuble) – Besuch auf der Akropolis auf spiegelglatt abgewetzten Steinen. Danach Schlendern auf den Schultern von Giganten auf dem Nordpfad den Hügel hinab und auf mäandernden Gedankenpfaden wandelnd – unterbrochen von einem 5er Geschwader Kampfjets, die über Athen eine Schleife zogen und mich zurück in die akute Aktualität holten.

Modifiziertes Poster der documenta 14 in Athen – 114 ist die Postleitzahl im Nordosten Athens. Die Übermalungen waren bereits zwei Tage später wieder entfernt.

Modifiziertes Poster der documenta 14 in Athen – 114 ist die Postleitzahl im Nordosten Athens. Die Übermalungen waren bereits zwei Tage später wieder entfernt.

Weiterlesen

Standard
Archeological & Archival, Spacial

«Ein jeder will leben» | Documenta Diary #1

Amalia Vekri: «Fix Greek Summer 1 & 2», 2017 bei «DaDa Da Academy presents present». Die ehemalige Fix-Brauerei wurde zum Nationalmuseum für zeitgenössische Kunst (EMST) umgebaut.

Amalia Vekri: «Fix Greek Summer 1 & 2», 2017 bei «DaDa Da Academy presents present». Die ehemalige Fix-Brauerei wurde zum Nationalmuseum für zeitgenössische Kunst (EMST) umgebaut.

Auf dem Weg zum Flughafen hebe ich Geld ab. Die Bank ist voller Ost-Rentner, die am ersten Tag des Monats die Bank stürmen. Ein erster Athen-Moment? Das erste Mal höre ich bewusst Griechisch im Flieger, als eine Ansage Rubbellose zum wohltätigen Zweck für die Kinderstiftung von Ryanair anpreist. «Become Millionaire and support Children!». Niemand kauft eines der Lose auf der 1806 Kilometer langen Flugstrecke. «Ein jeder will leben» lautet eine gängige Redensart in Griechenland.

Plakatwand in Athen mit dem Plakat der documenta 14

Plakatwand in Athen mit dem Plakat der documenta 14

Weiterlesen

Standard
Archeological & Archival, Photography, Visual & Iconic

My view on art & culture in March 2017 in my private pictures & meandering words

Please follow me on Instagram for regular updates.


The entrance to the stage workshop of Volksbühne in Weissensee

The entrance to the stage workshop of Volksbühne in Weissensee

This is the entrance to the stage workshop of Volksbühne in Weissensee. ⠀
Volksbühne – so many memories are connected with it. ⠀
The fist time I was there was for the concert of the back then new band Tocotronic in August 1996. I didn’t live in Berlin and the internet as we know it now didn’t exist yet, so we just tried naively to get rest-tickets. Luckily it worked out and I didn’t have a reason to complain like the title of their back then just released album «Wir Kommen Um Uns Zu Beschweren» said it.
Many evenings to be remembered followed there. Also some sleep is envolved here, that comes with theatre productions lasting five hours or more. But over the years I got trained. How good the training was will be tested when I will hopefully get to see the latest staging of «Faust» by Frank Castorf which I was told goes at least for 8 if not for 10 hours even. ⠀
I will deeply miss the challenges the Volkbühne put me in – if the rumours of the announced changes will really become true. ⠀
In January I called them, because I had to cancel a ticket. The music they played while I was on hold was the word «Danke», sung by the choir of Volksbühne in a version of a German Christian hymn written by Martin Gotthard Schneider and one of the first songs in the genre later called new spiritual song. With the lines missing the message it seems to say: «Thanks for nothing!» – and rightly so, because we have to say thank you! ⠀
DANKE, VOLKSBÜHNE! • ⠀


«Radula» from Stockholm played in Berlin's formerly squatted club «Ausland» in Prenzlauer Berg

«Radula» from Stockholm played in Berlin’s formerly squatted club «Ausland» in Prenzlauer Berg

Weiterlesen

Standard
Archeological & Archival, Photography, Visual & Iconic

My view on art & culture in February 2017 in my private pictures & meandering words

Please follow me on Instagram for regular updates.


Hanne Lippard's exhibition «Flesh» at KW Berlin

Hanne Lippard’s exhibition «Flesh» at KW Berlin

Finally I made it into the exhibition of Norwegian artist Hanne Lippard at KW Berlin called «Flesh», which was run over at the opening weekend and which is set in an attic style space reachable though a spiral staircase located in the center hall. In this environment paved with flesh-coloured carpet banal phrases and self help techniques are bent together by Hanne Lippard to form an acoustic artwork which fills the empty environment with an extra low ceiling in which it is set. Putting words, homonyms and homophones on top of each other she piles up a wall of sound to break through for the visitor. We become the listener to a surrealistic piece which preaches peace and peaks in appeasement, while we stare out of the windows to gaze over the roofs into the lives of the others. «If not now then when?» •


«alien matter», an exhibition as part of the 30th Transmediale-Festival in Berlin – here I am inside the artwork «Video Palace #44 – The Hidden Universe, 2017» by Joep van Liefland | Photo: Unknown helping hand @ HKW – Thank you! ❤

«alien matter», an exhibition as part of the 30th Transmediale-Festival in Berlin – here I am inside the artwork «Video Palace #44 – The Hidden Universe, 2017» by Joep van Liefland | Photo: Unknown helping hand @ HKW – Thank you! ❤

Weiterlesen

Standard
„Discreet“ von Travis Mathews | Foto: Deias & Ideias Produções Artisticas
Sound & Vision, Visual & Iconic

Reise an die Ränder des Geschehens

In Travis Mathews’ Film «Discreet» ziehen Traumata, die von sexueller Gewalt und Alt-Right-Einstellungen herrühren, weite Kreise bei den Opfern.

Fett brutzelt der Bacon zu Beginn von Travis Mathews neuem Film «Discreet» in der Pfanne. Im Lauf des Films wird sich herausstellen, dass der umherziehende Alex (gespielt von Jonny Mars) ihn für seinen früheren Vergewaltiger John (Bob Swaffer), der jetzt Pflegefall ist, zubereitet. Viel ist passiert seit seiner Jugendzeit, man erfährt es aus den disparaten Schnipseln, die der Regisseur uns in klar strukturierten Bildern liefert.

Alex, der in seinem Van umher zieht und die von der Moderne geprägte amerikanische Landschaft mit ihren Autobahnen und Brücken in glatten Bildern abfilmt, erfährt erst Jahrzehnte später von seiner alkoholabhängigen Mutter, dass sein Vergewaltiger noch lebt. Sie hatte ihm erzählt, dieser sei tot, in der Hoffnung, er könne seine Missbrauchserfahrung besser hinter sich lassen. Doch leider ist dies nicht derart einfach und Alex leidet noch immer an posttraumatischen Belastungsstörungen. Er findet in den Videos von Mandy (Atsuko Okatsuka) und ihres Unternehmens «Gentle Rythms» Zuspruch, in denen sie mit ihrer zarten, über absurde Geräusche gelegten Stimme positive Banalitäten wispert, wie z.B.: «It’s o.k., it’s gonna be o.k.».

Aufgrund seines neuen Kenntnisstands möchte er jedoch endlich alles komplett verarbeiten und fährt zu seinem Vergewaltiger, einem mittlerweile wehrlosem Greis, gibt sich dem Betreuer gegenüber als Verwandter aus und zieht bei ihm ein. Er nimmt seine Heilung selber in die Hand und konfrontiert sich mit dem Ort des Geschehens und damit seiner eigenen Geschichte. Durch die fehlende professionelle Hilfestellung und Rachetaktiken wird er nun selbst mehrfach zum Täter.

Weiterlesen

Standard
Jens Lekman | Foto: Ellika Henrikson
Linguistic, Sound & Vision

Don’t call it a comeback!

Der Junge mit Liedern so sanft wie Gänseblümchen unter dem Arm: Jens Lekman

Jens Lekman – er war bei mir fast schon aus dem Gedächtnis verschwunden und unter «Smells like 30-something-spirit» abgelegt – hat soeben sein neues Album «Life Will See You Now» veröffentlicht. Der scheinbar alterslose Schwede aus Göteborg, der zwischenzeitlich nach Australien ausgewandert war, beschenkte uns in den späten Nuller-Jahren mit zarten Songs – v.a. seinem Album «Night Falls Over Kortedala» –, bei denen es sich besonders lohnte, auf die Texte zu hören und mit denen er die Ohren fest versiegelte und die Herzen öffnete.

Diesmal hat er sich nicht auf seine Qualitäten als Sänger zu minimalistischen Gitarrensound beschränkt, sondern seine Songs mit elektronischen Sounds unterlegt. Kommt beim ersten Hören erstmal neu und vielleicht auch ein bisschen befremdlich vor, aber es klingt wunderbar – warum auch nicht? Oder anders gefragt: Warum eigentlich nicht schon viel früher? Und so aufdringlich elektronisch ist es sowieso nicht durchweg produziert; es startet knallig und rollt sanft aus. Allzuviel hat sich also zum Glück nicht verändert – manchmal sind Konstanten doch beruhigend. Besonders schön: Die Saxophone in «How We Met, The Long Version». Yeah! «Wedding in Finistere» erinnert an den Sound von Paul Simons’ «Graceland». Bingo!

Weiterlesen

Standard
Werewolf Ashley McKenzie Grassfire Films FB
Sound & Vision, Visual & Iconic

Un­an­ge­kündig­te Züge

Der Film «Werewolf» von der kanadischen Regisseurin Ashley McKenzie skizziert achtsam das Unangekündigte und zeichnet die schleichenden Wandlungen der Protagonisten nach.

Wer mit einem Film über Ex-Junkies nach Berlin kommt, beweist Humor oder Abgebrühtheit – lebt diese Stadt doch vom Mythos des High-Seins und Dabei-Seins und ist verliebt in die zahlreichen Filme darüber. Nur hier bekommt man wie selbstverständlich das paradoxe Unterfangen hin, einen Film (in dem es ebenfalls um Drogenabhängige geht) im Wettbewerb außer Konkurrenz antreten zu lassen.

Die 1984 geborene kanadische Filmemacherin Ashley McKenzie ließ sich jedoch zum Glück davon weder einschüchtern noch beirren und stellte bei der Berlinale in der Reihe «Forum» ihren ersten Langfilm «Werewolf» vor, der bereits den Grand Prix Focus QC/Canada beim Festival du nouveau cinema in Montréal gewonnen hat und unter die zehn besten kanadischen Beiträge beim Toronto International Film Festival kam. Bei ihr geht es jedoch nicht darum, Drogenerfahrungen und Rausch zu verpoppen oder zu verherrlichen, denn bei ihr sind die beiden Protagonisten Nessa (gespielt von Bhreagh MacNeil) und Blaise (Andrew Gillis) bereits in ein Methadonprogramm eingestiegen. Sie leben in einer ländlichen Gegend im Osten Kanadas in einem Wohnwagen im Wald und schlagen sich damit durch, die Vorgärten von Hausbesitzern zu mähen; das dafür nötige Benzin klauen sie aus deren Autos. Somit dreht sich ein Teil des alltäglichen Lebens und des Films um den lebenswichtigen Rasenmäher, der am Laufen gehalten werden muss, und die ermüdenden Anbiederungsversuche an die Einwohner, damit das Überleben gesichert ist. «Sie würden nicht einen Tag in meinem Leben aushalten!» schreit denn auch Blaise einmal bei der Methadonvergabe einen der Apotheker an.

Weiterlesen

Standard
Heike-Melba Fendel: «Zehn Tage im Februar», Blumenbar Verlag
Linguistic

Beim nächsten Mal wird alles anders

Heike-Melba Fendel lässt die Protagonistin ihres Romans «Zehn Tage im Februar» in die Welt des Films abgleiten und über die Liebe schwadronieren. Was für ein Irrweg!

Eine Frau, eine Straße, ein Leben, eine Welt. Diese Zutaten können ausreichen für einen Roman, auch für einen Liebesroman. Heike-Melba Fendel wandelt diese Komponenten ab in: Eine Filmjournalistin, der Stadtteil Tempelhof in Berlin, eine erschlaffte Beziehung, die Welt der Filme und der Filmindustrie. Dies reicht für ihren Roman «Zehn Tage im Februar», der gerade im Blumenbar Verlag erschienen ist. Irgendwie halbwegs zumindest.

Besagte Frau wird von ihrem Mann, der das ganze Buch über lediglich «der Mann» bleibt, verlassen. Um genau zu sein: Vorübergehend für angekündigte zehn Tage verlassen, denn er möchte für diesen Zeitraum ausziehen, weil die Frau Filmjournalistin und während der Berlinale so gut wie nie zuhause, sondern dienstlich unterwegs ist. Das stört den Mann und er quartiert sich während dieser Zeit aus und ermöglicht der Frau ihre Freiräume. Eigentlich zuvorkommend von ihm und praktisch für sie, sollte man meinen. Aber weit gefehlt.

Weiterlesen

Standard